| Der Motorroller |
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| Dienstag, 1. Mai 2007 | |
MotorrollerMotorroller sind motorisierte Zweiräder, die sich wie folgt von Motorrädern unterscheiden:
Am meisten verbreitet sind Zweitakter, die aber in vielen Ländern durch modernere Viertakter ersetzt werden. Die Betriebserlaubnis bzw. Fahrerlaubnis wird im Gegensatz zu Motorrädern nicht nach der Leistung, sondern der Höchstgeschwindigkeit bemessen. Beispiele für verschiedene Klassen nach Höchstgeschwindigkeit eingeteilt sind Mofa-Roller mit 25 km/h bzw. vereinzelt noch zugelassen bis 30 km/h und Mokick-Roller mit 45 km/h bzw. vereinzelt noch zugelassen bis 50 km/h (oder DDR-Modelle wie Schwalbe oder SimsonS-Reihe bis 60 km/h sogar mit Klasse-M-Führerschein, wenn diese vor dem 28. Februar 1992 erstmalig in Verkehr gebracht wurden, s. Einigungsvertrag). Dazu gibt es noch die 80er bzw. 125er (Leichtkraftrad mit einer Leistung um 15 PS) bis zu Groß-Rollern mit einem Hubraum von 250 cm³ bis 840 cm³ und einer maximalen Leistung (2007) von 75 PS. GeschichteDer vermutlich erste Motorroller - damals „Motorläufer“ genannt - deutscher Produktion wurde 1919 von der Firma Krupp in Essen herausgebracht; dieser einsitzige Kleinroller von nur 130 cm Gesamtlänge hatte Vorderradantrieb. 1920 bis 1923 brachte die Firma Viktor Klassen in Niedersedlitz Motorläufer mit 252-ccm-Viertaktmotor und Zweiganggetriebe heraus. Ebenfalls bis 1923 baute die Motorenfabrik Franz Tautz in Leipzig-Gohlis Motorläufer mit DKW-Zweitaktmotor. Im gleichen Zeitraum entstanden drei Modelle bei der Autoflug OHG in Berlin-Johannisthal. „Golem“ nannte DKW sein ab 1921 gefertigtes „Sesselmotorrad“ mit liegendem 122-ccm-Zweitaktmotor, dessen Produktion dann an die Berliner Firma Eichler abgegeben wurde, die sie 1923 einstellte. Ebenfalls einen Riemenantrieb, aber bereits einen blechverkleideten Motor besaß das 1922 entstandene DKW-Sesselmotorrad „Lomos“ mit 142-ccm-Zweitaktmotor; auch diese Produktion wurde an Eichler abgegeben, sie endete 1924. Beide DKW-Modelle besitzen eine Vorderradfederung mit Kurzschwinge.Erfolgreich gemacht haben den Motorroller vor allem die italienischen Firmen Piaggio seit 1948 mit der Vespa und Innocenti mit der Lambretta (seit 1947). Der Legende nach stammt die typische Form des Vorderrades vom Fahrwerk eines ausgedienten Kriegsflugzeuges. Diese Bauweise wurde bis heute von vielen Herstellern übernommen. Einer der ersten deutschen Roller nach dem Krieg (1949) hieß Walba (später FAKA). Der erste Rollerboom war in den Jahren des Wirtschaftswunders. Weitere deutsche Marken waren das Maicomobil, der Heinkel Tourist, die Zündapp R 50, die Dürkopp, und die Schwalbe in der DDR. Insbesondere ist der Motorroller auch bei Frauen beliebt, da er im Gegensatz zum Motorrad auch mit Rock gefahren werden kann und einen gewissen Schutz gegen Schmutz und Nässe bietet. Heute hat der Roller die bis in die 1980er Jahre übliche, motorradähnliche Bauform für 50er, nahezu vollständig verdrängt. Die Gründe hierfür sind vor allem:
Hersteller und MarktsituationDie meisten Motorroller kommen heute aus Fernost – hauptsächlich aus Südkorea, Taiwan und China. Sie sind entweder Eigenentwicklungen oder werden mit Lizenzen z.B. von Honda, Yamaha oder Sachs gefertigt. Wenige Hersteller fertigen in Europa – z. B. in Italien (Aprilia, Gilera, Italjet, Honda, Piaggio, Benelli, Malaguti) und Frankreich (MBK bzw. Yamaha, Peugeot Motocycles) – und konnten sich bis heute am Markt halten.Deutsche Fabrikate, früher bekannt unter den Namen Heinkel, Zündapp, NSU, Maico, Simson und anderen, sind vom Markt verschwunden, ebenso amerikanische Modelle wie Wyse. Heute wird der Markt der 50-cm³-Zweitakter dominiert von Aprilia, CPI, Daelim, Gilera, Italjet, Kymco, MBK, Peugeot Motocycles, Piaggio, Rex, Sym, TGB und Yamaha (in alphabetischer Reihenfolge, nicht nach Marktanteilen) . Bei den größeren Rollern, für die ein Motorradführerschein notwendig ist, spielen Yamaha (TMAX), Honda (Silver Wing) und Suzuki (Burgman Executive) eine große Rolle. Die Höchstgeschwindigkeit der stärksten Roller liegt bei bis zu 175 km/h, bei einer Beschleunigung in 7 Sekunden von 0 auf 100 km/h.
KonstruktionKraftübertragung und MotorTraditionell bilden bei vielen Rollern Motor und Getriebe eine Einheit. Klassische Roller haben meist Handschaltung oder eine Schaltwippe, um die Schuhe zu schonen.Seit den 1990er Jahren ist die Kombination von Vollautomatik (Variomatik) und Triebsatzschwinge sehr beliebt und hat durch seine sehr billige Herstellung die Roller als Kurzstreckenfahrzeug auch in Deutschland wieder populär gemacht. Fahrdynamisch ist die Triebsatzschwinge problematisch, da Antrieb und Kraftübertragung hierbei komplett zu den ungefederten Massen gehören; dies wirkt sich bei schlechten Straßen negativ auf das Fahrverhalten aus. Außerdem ist es so meist nötig, dem Motor eine Zwangkühlung (z. B. Lüfterrad/Gebläsekühlung) anzubauen, die in einem höheren Verbrauch resultiert, was prinzipbedingt auch für die Variomatik gilt. Dafür haben die Hersteller die Möglichkeit, den Triebsatz komplett bei einem Zulieferer zu kaufen und nur noch in ein eigenes Fahrwerk zu montieren. Die meisten Roller werden von Einzylindermotoren angetrieben. Wegen der verschärften Abgasvorschriften scheinen die Tage der Zweitakter gezählt; sie werden vermehrt durch Viertaktmotoren ersetzt. Allerdings gibt es inzwischen Einspritzanlagen und Katalysatoren, mit denen auch bei Zweitaktern die neuen Grenzwerte eingehalten werden können. Die Vorteile eines Zweitakters sind die höhere Leistung bei niedrigeren Drehzahlen, daraus resultierend eine bessere Beschleunigung, generell ein breiteres nutzbares Drehzahlband, das geringere Gewicht, geringere Vibrationen sowie die einfache und kostengünstige Wartung. Der Viertakter hingegen ist umweltfreundlicher, da das Schmieröl nicht mitverbrannt wird. Bei Zweitaktern gibt es prinzipbedingt das Komfortproblem, dass dem Treibstoff Motoröl beigefügt werden muss (Zweitaktgemisch). Beim Viertakter muss man dagegen darauf achten, dass genügend Öl in der kleinen Ölwanne ist. Das Problem des Zweitakters vermindert sich allerdings durch Öltanks und automatische Mischung bei Motoren ab den 1980ern. Dank Öltanks bis etwa 1,3 Liter stellt dies bei modernen Roller tatsächlich kein Komfortproblem mehr dar; in der Praxis bedeutet das ein Öl-Nachfüllen alle paar Monate oder Wochen. Die regelmäßige Ölstandskontrolle entfällt dank Warnleuchten im Cockpit. Für Roller und Mofas ohne Öltank stellen viele Tankstellen vorbereitete Zweitakt-Gemische mit 1:25, 1:50 oder 1:75 (ein Teil Öl auf 75 Teile Benzin) bereit. Damit entfällt das Mischen von Hand. Katalysatoren werden seit 2003 nicht mehr nur in Viertaktern, sondern auch in Zweitaktern verbaut (z. B. Yamaha Aerox 50 Cat). Bei großen Rollern ab 125 cm³ dominieren die Viertakter sehr deutlich, die mittlerweile auch in immer mehr 50-cm³-Rollern verbaut werden. Besonders leistungsstarke Modelle besitzen auch zwei Zylinder (z. B. Yamaha T-max, Suzuki Burgman AN650, Honda Silver Wing; alle drei liegen in der Höchstgeschwindigkeit bei etwa 175 km/h und beschleunigen in 6,5 bis 8 Sekunden auf 100 km/h). Eine Neuheit (Stand 2007) im Motorrollerbau ist das von Suzuki entwickelte SECVT (Suzuki Electronically controlled Continuously Variable Transmission)-Getriebe, welches dem Fahrer die Wahl zwischen Anwendung der manueller Schaltung der 5 „Gänge“ per Knopfdruck oder Fahren mit Automatikgetriebe lässt. Diese Kraftübertragung ist gar kein Getriebe im klassischen Sinne, sondern eine Riemenscheibenkraftübertragung, wie man sie früher auch bei Automobilen von DAF (Dafodil) kannte. FahrwerkGrundsätzlich lassen sich zwei Konstruktionsweisen unterscheiden:
Vergleich zur MokickbauformInsgesamt ist festzuhalten, dass Motorroller gegenüber der Mokickbauform zahlreiche Nachteile aufweisen, da sie ihre Technik auf weniger Raum verteilen können und immer ein Kompromiss zur typischen Rolleroptik eingegangen werden muss. Umso verwunderlicher ist unter Berücksichtigung dieser Tatsache, dass heute von fast allen potentiellen Käufern einer 50er erst gar nicht erwogen wird, ein Mokick zu wählen. Die prinzipsbedingten Nachteile der Rollerbauform sind:
Vorteile des Rollers gegenüber dem Mokick in Motorradbauform bestehen jedoch in den folgenden Punkten:
Historische und aktuelle Rollermarken
Quelle: wikipedia.de |
Der Motorroller 

